Rund 2.900 Leute, drei Tage Kraków. Was bei mir hängengeblieben ist, sind die neuen Gesichter. Erstbesucher, Studierende, Leute, die noch keine zehn Jahre WordPress hinter sich haben. Über die alternde Community reden wir seit Jahren. Für mich war das deshalb das beste Zeichen der ganzen Woche, und es passt genau zu dem, was auf der Bühne lief.
Ich stand zweimal oben. Freitag beim Panel zu WordPress 7.0. AI ist in diesem Release als Grundlage angekommen, der Core bringt die Bausteine mit. Nutzer tragen ihre eigenen API-Keys ein. Plugins sprechen Modelle über ein neues SDK an. Und für Entwickler wie mich am spannendsten: Abilities lassen sich jetzt aus JavaScript aufrufen, direkt aus dem Block-Editor.
Die eigentliche Geschichte war aber Real-Time Collaboration, und zwar weil sie rausflog. Sie haben das angekündigte Highlight gestrichen und das Release verschoben, was sonst praktisch nie vorkommt. Die Technik dahinter ist toll, keine Frage. Aber für eine normale Agentur ist sie nice to have. Überlebenswichtig ist sie nicht. Und bei einer Software, auf der die halbe Welt läuft, schiebst du eine neue Speicher-Architektur nicht halbgar rein.
Samstag habe ich selbst moderiert, das Panel „Rethinking Learning in WordPress“, mit Mary Hubbard, Rade Jekic, Natalia Basiura und Klaus Harris. Meine erste Frage an die Runde: Machen wir WordPress leichter zu lernen, oder bauen wir nur immer mehr drumherum? Wir haben über die neue Zertifizierung gesprochen, über AI beim Lernen und vor allem darüber, wie jemand reinkommt, der gerade erst anfängt. Also über genau die neuen Gesichter aus dem Publikum.
Die neuen Gesichter
Das beste Beispiel saß direkt neben mir auf der Bühne. Natalia ist keine Entwicklerin, sie kommt aus dem Projektmanagement und ist seit etwa einem Jahr dabei. Sie hat erzählt, dass sie am Anfang dachte, die Community sei nur was für Entwickler, bis sie gemerkt hat, dass ihre Skills genauso reinpassen. Genau die Leute haben dem Projekt bisher gefehlt, und für mich ist das der Punkt.
Kraków zeigt auch, wie man sie holt. Es gibt hier eine lokale WordPress Academy für Studierende, mit Mentoring und einem eigenen Portfolio am Ende. Vorher musst du nichts können. Das hat man die ganzen drei Tage gemerkt, im Saal genauso wie in den Gängen und an den Ständen.
Ehrlich gesagt nehme ich von Kraków weniger die Feature-Listen mit als die Gespräche zwischen den Talks und die Leute, die zum ersten Mal da waren.








